Betreuungsskandal in Mainz – Wie tief ist der Mainzer SPD-Vorsitzende Staatssekretär Michael Ebling darin verstrickt?

München / Mainz, 10. März 2012 – Nachdem das ARD-Fernsehmagazin „Report München“ darüber berichtet hat und der Südwestrundfunk (SWR) die Hintergründe unter dem Titel „Das Geschäft mit der Hilflosigkeit“ aufhellte, ist die Diskussion über einen offenkundig nicht sauber und angemessen auf geklärten Betreuungsskandal nunmehr auch in der turbulenten Landespolitik von Rheinland-Pfalz angekommen. Das Audioportal Freier Radios fragt seit Monatsanfang vergeblich nach der exakten Rolle, die der Mainzer SPD-Vorsitzende und frühere hauptamtliche Sozialdezernent der Landeshauptstadt darin gespielt hat. Der stets auf sein Erscheinungsbild penibel bedachte Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MBWWK) Michael Ebling hat sich zu der vom Audioportal Freier Radios aufgeworfenen brisanten Problematik bisher nicht öffentlich vernehmen lassen.

Es geht unter anderem um den Fall einer Seniorin, welche betreuungsbedürftig wurde und vom Vormundschaftsgericht einen Vormund (Betreuer) zugewiesen bekam. Der für die Seniorin bestellte Betreuer, ein Rechtsanwalt aus Ingelheim, welcher der Tochter der Seniorin sogar eine Besuchsbeschränkung für ihre eigene Mutter auferlegt hatte, kümmerte sich, so das Audioportal Freier Radios, kaum um die zu betreuende Seniorin, kassierte jedoch „für seine mangelhaften Leistungen völlig unverschämt überhöhte Honorare und zockte die Frau regelrecht ab“. Außerdem sei die Frau zur fraglichen Zeit in einem Mainzer Pflegeheim völlig vernachlässigt worden und teilweise seien ihr völlig falsche Medikamente verordnet worden. Nur durch eine Notfalleinweisung in ein Krankenhaus und die Verlegung in ein anderes Altenpflegeheim hätte ihr Leben gerettet werden können.

Beim im Verantwortungsbereich des Volljuristen Michael Ebling liegendem Mainzer Sozialamt, sowie der von heftigen Verwerfungen geschüttelten Justiz, den Gerichten und der Weisungen der Landesregierung unterstehenden Staatsanwaltschaft fand die Tochter der Seniorin kein Gehör. Selbst vom persönlich eingeweihten damaligen Sozialdezernenten Michael Ebling wurde die Tochter der Seniorin abgewiesen und allein gelassen. Die Pflegemängel im besagten Heim waren 2004 vom für Soziales und Versorgung verantwortlichen Landesamt höchstoffiziell bestätigt, die Heimleiterin im besagten Heim ausgetauscht worden. Obwohl die Behörden seit 2000 verpflichtet sind, eine Liste zu führen, die dokumentiert, wieviele Betreuungen ein Betreuer hat und die dokumentiert, wie hoch die Einnahmen des Betreuers sind, ist exakt diese Liste in Mainz, so der Report, für den fraglichen Zeitraum nicht existent. Michael Ebling hat nach eigenem Bekunden in der abgelaufenen Kampagne so viele Karnevalsveranstaltungen absolviert, wie nie zuvor. In Mainz fragen sich jetzt besorgte Bürger, ob es nicht mal an der Zeit sei, daß sich der penible Staatssekretär einem Nachdenkensprozeß über die höchst sensiblen Fragestellungen der speziellen Mainzer Betreuungspraxis von ihm anvertrauten Menschen unterzieht.

Bildunterschrift:
Am Mittwoch beim Mainzer Hauptbahnhof: Michael Ebling

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